Gasverbrauch – Zahlen, Daten & Fakten für Österreich
Fabian
Zuletzt aktualisiert am: May 2026

Ob für das Heizen des Eigenheims oder als unverzichtbarer Rohstoff für die heimische Produktion – Erdgas ist und bleibt ein wichtiger Teil der österreichischen Wärme- und Energieversorgung. Das belegen die Zahlen rund um den Gasverbrauch in Österreich. Die aktuellen Daten zum Gesamtverbrauch sowie wichtige Kennzahlen für den Verbrauch in den eigenen vier Wänden finden Sie im folgenden Beitrag.
Die wichtigsten Fakten zum Gasverbrauch auf einem Blick:
- Gesamtverbrauch: Österreich verbrauchte im Jahr 2024 etwa 74,4 TWh Erdgas (ein Rückgang von 1,7 % gegenüber 2023). Erste Daten für 2025 deuten auf einen leichten Anstieg in den kalten Wintermonaten hin.
- Private Haushalte: Machen rund 25 % bis 30 % des österreichischen Gasverbrauchs aus.
- Hauptverbraucher: Der Gasverbrauch der Industrie ist mit über 60 % der größte, gefolgt von der Elektrizitäts- und Fernwärmeerzeugung.
- Gasverbrauch in Einfamilienhäusern: Ein jährlicher Bedarf von 1.500 m³ bis 2.500 m³ gilt als statistischer Standardwert für den Bestand.
- Rechtslage: Das ErneuerbareWärmeGesetz sieht spätestens bis 2040 eine Umstellung auf erneuerbare Wärmeversorgung oder klimaneutrale Gase vor. Mit bestehenden Gasheizungen darf jedoch weiter geheizt werden.
- Versorgungslage: Die Versorgungssicherheit des Standorts Österreich wird durch langfristige Beschaffungs-, Speicher- und Netzstrategien heimischer Marktakteure gewährleistet.
Österreich – Gasverbrauch im Überblick
Österreich blickt auf eine Phase der Stabilisierung im Energiebereich zurück. Im Jahr 2024 lag der österreichische Gasverbrauch bei rund 74,4 Terawattstunden (TWh). Zum Vergleich: 2023 lag der Verbrauch noch bei 75 TWh. Das entspricht einem Rückgang von 1,7 %.
Gasverbrauch 2025: Eine erste fundierte Zusammenfassung für das gesamte Jahr 2025 wird von der E-Control üblicherweise im März oder April 2026 im Rahmen von Presseaussendungen veröffentlicht. Ein Blick auf das erste Quartal 2025 zeigt jedoch die Volatilität des Marktes. In monatlichen Energiebilanzen sind durch wetterbedingte Verbrauchsspitzen gekennzeichnet.
Februar 2025: 10,76 TWh --> Februar 2024: 7,36 TWh
März 2025: 8,28 TWh --> März 2024: 6,56 TWh
Gasverbrauch: Industrie vs. Haushalte
In den Daten ist eine deutliche Zweiteilung erkennbar: Während der Gasverbrauch in Einfamilienhäusern, Wohnungen und anderen Haushalten massiv mit den Außentemperaturen korreliert, bleibt der Gasverbrauch in der Industrie weitgehend konstant.
Quelle: E-Control über energie.gv.at, abgerufen am: 04.05.2026
Gasverbrauch Tabelle: Die Sektoren im Vergleich
| Sektor | Anteil am energetischen Endverbrauch 2024 |
|---|---|
| Produzierender Bereich (Industrie & Gewerbe) | 60,28 % |
| Private Haushalte (B2C) | 28,35 % |
| Dienstleistungen | 9,89 % |
| Verkehr | 0,66 % |
| Landwirtschaft | 0,33 % |
Eine der am häufigsten gestellten Fragen betrifft die Gewichtung der Verbrauchergruppen. Entgegen der oft wahrgenommenen Dominanz privater Haushalte im öffentlichen Diskurs, machen Haushalte nur etwa 25–30 % des Gasverbrauches aus. Den weitaus größeren Teil beansprucht die Industrie. Etwas anders sieht die Verteilung beim Gasendverbrauch aus.
Der Unterschied zwischen Gasverbrauch und Gasendverbrauch
Gasverbrauch wird oftmals als Synonym verwendet. Vor allem für Konsumenten ist ein Blick auf den Gasendverbrauch jedoch wesentlich interessanter.
Gasverbrauch (Bruttoinlandsverbrauch)
Der Gasverbrauch stellt die „große Summe" dar. Er bildet die gesamtwirtschaftlich relevante Gasmenge ab, die in das österreichische System eingespeist und dort verbraucht wird. Dies umfasst auch Umwandlungen und Verluste.
- Umfang: Enthält den direkten Verbrauch (z. B. Haushalt und Industrie) sowie alle energetischen Umwandlungsprozesse (z. B. Strom- und Fernwärmeerzeugung).
- Kraftwerke: Beinhaltet das Gas, das in Kraftwerken verbrannt wird, um Strom oder Fernwärme zu erzeugen.
- Eigenverbrauch & Verluste: Berücksichtigt das Gas, das für den Betrieb des Leitungsnetzes (z. B. Verdichterstationen) benötigt wird, sowie technisch bedingte Netzverluste.
- Statistische Relevanz: Er ist die Kennzahl für die nationale Versorgungsstrategie und Importabhängigkeit. Der Anteil der Haushalte (B2C) wirkt hier mit ca. 25 % bis 30 % eher gering.
Gasendverbrauch (Energetischer Endverbrauch)
Der Gasendverbrauch ist die „Netto-Zahl". Er beschreibt nur die Energiemenge, die nach allen Transport- und Umwandlungsschritten tatsächlich bei den Endverbrauchern ankommt. 2024 lag der Gasendverbrauch bei 43,73 TWh.
- Umfang: Bezieht sich ausschließlich auf die energetische Nutzung direkt vor Ort (Heizen, Kochen, industrielle Prozesse).
- Bereinigung: Gasmengen, die in Strom oder Fernwärme umgewandelt wurden, werden hier herausgerechnet, da sie den Sektor als eine andere Energieform (Elektrizität/Wärme) wieder verlassen.
- Fokus auf Sektoren: Durch den Wegfall des Kraftwerkseinsatzes verschieben sich die Anteile – der Anteil der privaten Haushalte steigt auf rund ein Viertel bis knapp ein Drittel des Gasendverbrauchs.
- Nutzerrelevanz: Diese Zahl ist für den einzelnen Kunden im Einfamilienhaus aussagekräftiger, da sie den realen Bedarf an thermischer Energie zeigt.
Das bedeutet: Der Gasverbrauch misst den gesamten Erdgasbedarf Österreichs, während der Gasendverbrauch misst, was die Bürger und Betriebe direkt aus der Leitung entnehmen.
Gasendverbrauch: Einfamilienhaus vs. Wohnung
Der Gasendverbrauch im Einfamilienhaus unterscheidet sich deutlich zu jenem in Wohnungen. Das ist vor allem der Wohnfläche und der Bauweise geschuldet. Die wichtigsten Punkte, welche den Gasverbrauch beeinflussen und wie sich die Werte in den Gebäuden unterscheiden können:
- Warmwasseranteil: Pro Person werden im Schnitt 800 bis 1.000 kWh pro Jahr rein für das Erhitzen von Wasser (Duschen, Kochen) kalkuliert. Dieser Anteil ist unabhängig von der Gebäudegröße, steigt aber linear mit der im Haushalt lebenden Personenanzahl.
- Wohnfläche vs. Personenzahl: Während die Heizlast primär von der Fläche und dem Dämmzustand abhängt, bestimmt die Personenanzahl den Warmwasserverbrauch. Ein Single im großen, unsanierten Einfamilienhaus kann daher deutlich mehr Gas verbrauchen als eine vierköpfige Familie in einer kompakten, gut gedämmten Wohnung.
- Baulicher Zustand: Bei einem unsanierten Altbau können die oben genannten Werte für ein Einfamilienhaus um bis zu 50 % über den durchschnittlichen Richtwerten liegen (in Einzelfällen bis zu 45.000 kWh). Ein modernes Niedrigenergiehaus hingegen benötigt oft nur etwa 40 % der klassischen Vergleichswerte. Energiespartipps können helfen, den Verbrauch zu senken.
| Personen im Haushalt | Wohnung (ca. 70–90 m²) | Einfamilienhaus (ca. 120–150 m²) |
|---|---|---|
| 1 Person | 8.000 – 10.000 kWh | 14.000 – 16.000 kWh |
| 2 Personen | 10.000 – 12.000 kWh | 18.000 – 20.000 kWh |
| 3 Personen | 12.000 – 14.500 kWh | 22.000 – 25.000 kWh |
| 4 Personen | 14.500 – 17.000 kWh | 26.000 – 30.000 kWh |
| Ab 5 Personen | > 18.000 kWh | > 32.000 kWh |
FAQs zum Thema Gasverbrauch
Wie viel m³ Gasverbrauch ist normal?
Der normale Verbrauch hängt stark von der Bauart ab. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus in Österreich (ca. 130 m²) liegt ein Wert zwischen 1.500 m³ und 2.500 m³ im Bereich des Standards. Wohnungen benötigen im Schnitt 700 m³ bis 1.300 m³. Entscheidend sind der Sanierungszustand und das individuelle Heizverhalten. In einem unsanierten Altbau kann der Bedarf deutlich über diese Richtwerte hinausgehen.
Wie berechne ich meinen Gasverbrauch in kWh um?
Die Umrechnung von Kubikmetern in Kilowattstunden ist notwendig, da Erdgas ein gasförmiger Energieträger ist, dessen Energiegehalt je nach Herkunft und physikalischen Bedingungen (Druck und Temperatur) schwankt. Um eine einheitliche und faire Abrechnung zu gewährleisten, nutzt man in Österreich die Formel:
m³ × Zustandszahl × Brennwert = kWh
- Betriebsvolumen: Das ist der Wert in m³, den Sie direkt an Ihrem Gaszähler ablesen.
- Zustandszahl: Gas verändert sein Volumen je nach Druck und Temperatur. Da Gas am Zähler oft nicht unter Normbedingungen ankommt (z. B. durch die Höhenlage Ihres Wohnorts oder die Temperatur in der Leitung), korrigiert die Zustandszahl das Volumen auf den Normzustand. In Österreich liegt dieser Wert meist nahe bei 0,90 bis 0,95.
- Brennwert: Der Brennwert gibt an, wie viel Energie (Wärme) in einem Normkubikmeter Gas steckt. Da Erdgas ein Naturprodukt ist, schwankt dieser Wert je nach Zusammensetzung (z. B. Methangehalt). In der Regel bewegt sich der Brennwert in Österreich zwischen 11,0 und 11,5 kWh/m³.
Die Faustformel für den Alltag: Wenn Sie keine Lust auf komplexe Mathematik haben, können Sie für eine grobe Schätzung Ihren Zählerstand in m³ einfach mit dem Faktor 10,7 multiplizieren. Seit 2024 werden in Österreich die Brennwerte nach Brennbezirken herangezogen und in der Jahresabrechnung beigefügt.
Wie lange darf man in Österreich noch mit Gas heizen?
Für bestehende Anlagen besteht volle Planungssicherheit: Laut aktuellem Erneuerbare-Wärme-Gesetz dürfen bestehende Gasheizungen bis zum 30. Juni 2040 betrieben werden. Ein verpflichtender Tausch funktionierender Geräte im Bestand ist derzeit nicht vorgesehen. Lediglich im Neubau ist die Installation seit 2023 untersagt. Dank der schrittweisen Beimischung von grünem Gas oder dem Power-to-Gas-Verfahren bleibt die bestehende Infrastruktur zudem eine wichtige Säule der heimischen Energieversorgung für die nächsten Jahrzehnte.
FAQ
Auf unserer Webseite kannst du schnell und unkompliziert sowohl Strom als auch Erdgas bestellen. Gib einfach deine Postleitzahl und deinen Strom- und/oder Gasverbrauch in unseren Tarifrechner ein, und schon erhältst du unsere Tarife zur Auswahl. Entscheidest du dich für einen Tarif, füllst du deine Daten (Name, Anschrift, Daten zur Lieferstelle, Bankverbindung etc.) in unserem Onlineformular aus und wählst die Checkbox „Lieferantenwechsel“. Nach dem Absenden der Bestellung erhältst du eine Bestellbestätigung per E-Mail.
Solltest du eine persönliche Beratung wünschen, stehen wir dir von Montag bis Freitag von 08:00 bis 17:00 Uhr unter der österreichweit kostenlosen Service-Hotline 0800 203 204 gerne zur Verfügung.
Zusätzlich empfehlen wir dir, deinem Netzbetreiber den Zählerstand bekannt zu geben. Beachte auch, dass eine mögliche Bindung bei deinem Vorversorger den Wechsel zu goldgas verzögern kann.
Die Kündigung des Vertrages bei deinem bisherigen Anbieter übernimmt goldgas für dich. Solltest du jedoch bereits vor der Antragsstellung selbst bei deinem Versorger gekündigt haben, informiere uns bitte unverzüglich, da es sonst zur Unterbrechung der Energieversorgung kommen kann.
Dein Wechsel zu goldgas dauert vom Auftrag bis zur Belieferung rund drei Wochen. Bindungs- und Kündigungsfristen bei deinem aktuellen Versorger haben jedoch Einfluss auf den Zeitpunkt des Wechsels. Wenn bei deinem aktuellen Versorger noch eine Bindung besteht, kann der Wechsel erst nach Ablauf der Bindungsfrist erfolgen.
Grundsätzlich nein! Damit es zu keiner Unterbrechung kommt, bitten wir dich jedoch, Folgendes zu beachten:
Die Kündigung deines Vertrages beim Vorversorger übernimmt goldgas für dich. Solltest du dennoch deinen Vertrag beim aktuellen Versorger bereits gekündigt haben, ist eine sofortige Meldung an goldgas notwendig, um eine unterbrechungsfreie Versorgung an Energie gewährleisten zu können. Während des Wechselprozesses wirst du weiter von deinem bisherigen Versorger beliefert.
Wir empfehlen dir auch, die Zählerstände mit Stichtag des Wechsels abzulesen und an deinen Netzbetreiber zu übermitteln.
