Fernwärme oder Gas? Vergleich & Alternativen 2026
Lisa Körrer
Zuletzt aktualisiert am: Aug 2026

Fernwärme oder Gas – Der Vergleich für Ihre Heizentscheidung
Ob Neubau, Sanierung oder Heizungstausch: Viele Familien in Österreich stehen früher oder später vor derselben Frage – Fernwärme oder Gas? Beide Systeme sind bewährt, beide versorgen Millionen Haushalte zuverlässig mit Wärme. Doch die Unterschiede bei Kosten, Flexibilität und Mitspracherecht sind größer, als man zunächst denkt. Dieser Vergleich zeigt Ihnen, worauf es 2026 wirklich ankommt.
Die wichtigsten Fakten zu Fernwärme vs. Gas auf einen Blick
- Laufende Jahreskosten 2026 liegen nah beieinander: rund 1.245 € für Fernwärme, rund 1.180 € für Gas, jeweils für ein durchschnittliches Einfamilienhaus
- Bei Fernwärme gibt es keinen Anbieterwechsel – jedes Gebiet hat genau einen Versorger
- Rund 28 % der österreichischen Haushalte heizen mit Fernwärme, rund 21 % mit Erdgas
- goldgas beliefert seine Kunden bilanziell ausschließlich mit Erdgas aus Norwegen und ist damit bereits vollständig aus russischem Gas ausgestiegen
Fernwärme oder Gas: So funktionieren beide Systeme
Bei Fernwärme wird Wärme zentral erzeugt – etwa in einem Heizkraftwerk, einer Müllverbrennungsanlage oder einem Biomassewerk – und über gut isolierte Rohre direkt zu Ihnen nach Hause geleitet. Eine Übergabestation überträgt die Wärme dort auf Ihr Heizsystem. Sie selbst haben keinen eigenen Kessel und keine Verbrennung im Haus.
Bei einer Gasheizung läuft es anders: Erdgas kommt über das öffentliche Gasnetz bis zu Ihrem Hausanschluss, wo es über den Zähler erfasst wird. Die Wärme entsteht erst bei Ihnen – in der Gastherme. Das bedeutet mehr Eigenständigkeit, aber auch etwas mehr Wartungsaufwand als bei Fernwärme.
Wie entsteht Fernwärme?
Die Erzeugung von Fernwärme erfolgt in Österreich über unterschiedliche Primärenergieträger und technologische Verfahren:
- Kraft-Wärme-Kopplung (KWK):Gleichzeitige Erzeugung von Strom und Wärme in thermischen Kraftwerken, wodurch der Gesamtwirkungsgrad erhöht wird.
- Industrielle Abwärme: Nutzung von Prozesswärme aus Industriebetrieben.
- Biomasse und Abfallverwertung: Verbrennung von Holzverarbeitungsprodukten oder Siedlungsabfällen in spezialisierten Heizkraftwerken.
Fernwärme oder Gas: Kosten, Vor- und Nachteile im Vergleich
Bei den Anschaffungskosten liegt Fernwärme oft im Vorteil, da kein eigener Heizkessel notwendig ist – die Anschlusskosten variieren jedoch stark je nach Netzgebiet. Bei den laufenden Kosten zeigt sich 2026 ein enges Rennen: Fernwärme kostet im Schnitt rund 1.245 € im Jahr, Gas rund 1.180 € – beide Systeme mit steigenden Netzkosten und CO₂-Bepreisung. Konkret schlägt sich das bei Gas so nieder: Der CO₂-Aufschlag verteuert Erdgas 2026 um rund 1,0 Cent pro Kilowattstunde. Ab 2028 könnte sich die CO₂-Komponente durch den Übergang in den europäischen Emissionshandel ETS 2 verändern; die genaue Entwicklung hängt jedoch vom künftigen Zertifikatspreis ab.
Der größte Unterschied liegt aber nicht beim Preis, sondern bei der Kontrolle über die eigene Heizentscheidung:
| Fernwärme | Gasheizung | |
| Anschaffung | Kein eigener Kessel nötig, Anschlusskosten regional unterschiedlich | Therme und Installation, günstiger als eine Wärmepumpe |
| Laufende Kosten pro Jahr | ca. 1.245 Euro | ca. 1.180 Euro |
| Preisbildung | Gebunden an vertragliche Wertsicherungsklauseln des Betreibers | Marktbasierte Preisbildung im freien Wettbewerb |
| Wartungsaufwand | Geringer Wartungsaufwand an der Übergabestation | Jährliche Geräteprüfung und Rauchfangkehrer |
| Anbieterwahl | Nicht möglich, ein Versorger pro Gebiet | Freie Anbieterwahl, wechselbar |
| Platzbedarf im Haus | Gering, nur Übergabestation | Therme, ggfs. Abgasanlage |
| Flexibilität | gering | hoch |
| Versorgungssicherheit | Von einem lokalen Anbieter abhängig | Lieferant frei wählbar, je nach Anbieter z.B. bilanziell europäisches Erdgas von goldgas |
Während die Preise bei der Fernwärme durch mehrjährige Indizes geregelt sind, unterliegen die Gaspreise dem Wettbewerb der Energielieferanten auf dem freien Markt.
Warum Fernwärme kein Selbstläufer ist: Monopol & Bindung
Ein Punkt wird bei der Entscheidung oft unterschätzt: Wer mit den Konditionen seines Fernwärme-Versorgers unzufrieden ist, kann nicht einfach den Anbieter wechseln – aussteigen geht nur, wenn das gesamte Heizsystem getauscht wird. Bei Gas ist das anders: Der Netzbetreiber steht zwar fest, den Gaslieferanten können Sie aber frei wählen und bei Bedarf wechseln.
Gibt es in Österreich einen Anschlusszwang an die Fernwärme?
Ja, grundsätzlich schon – allerdings nicht bundesweit einheitlich, sondern über die Bauordnungen und Gemeindeordnungen der einzelnen Bundesländer geregelt. In Wien beispielsweise müssen Neubauten in sogenannten Klimaschutz-Gebieten Heizung, Kühlung und Warmwasser entweder über erneuerbare Energie oder über Fernwärme abdecken.
Wichtig dabei: eine Pflicht speziell zur Fernwärme besteht dabei nicht – vorgeschrieben ist ein hocheffizientes System, wovon Fernwärme nur eine von mehreren Optionen ist. Wer bereits nachweislich mit erneuerbarer Energie heizt, etwa mit einer Wärmepumpe, ist von einer Fernwärme-Pflicht ausgenommen. Bei Bestandsgebäuden können einzelne Gemeinden zusätzlich eigene Anschlussverordnungen erlassen, meist mit mehrjährigen Übergangsfristen.
Ist Fernwärme automatisch klimafreundlich?
Ein Irrtum, der uns immer wieder begegnet: Fernwärme sei grundsätzlich die grüne Wahl. Tatsächlich hängt die CO₂-Bilanz stark davon ab, aus welchen Quellen der jeweilige lokale Anbieter seine Wärme bezieht. In Wien sorgen mittlerweile Müllverbrennung und große Wärmepumpen für einen vergleichsweise niedrigen CO₂-Faktor, während andere Städte vor allem zur Abdeckung von Verbrauchsspitzen noch spürbar auf Erdgas zurückgreifen. Wer den tatsächlichen Quellenmix seines Anbieters kennen möchte, findet die Antwort meist in dessen jährlicher Klimabilanz, die auch den sogenannten Primärenergiefaktor ausweist. Ein pauschales "Fernwärme ist klimaneutral" hält also nicht überall der genaueren Prüfung stand.
Fazit: Fernwärme oder Gas – was passt zu Ihrer Situation?
Die Entscheidung zwischen Fernwärme und Gas hängt letztlich von den individuellen Rahmenbedingungen und Prioritäten des jeweiligen Bauvorhabens ab. Während Fernwärme eine platzsparende und wartungsarme Lösung für erschlossene Gebiete darstellt, erfordert sie gleichzeitig die Akzeptanz einer langfristigen Bindung an den lokalen Monopolanbieter. Eine Gasheizung hingegen bietet Eigenheimbesitzern eine dezentrale, bewährte Anlagentechnik im eigenen Haus und ermöglicht es, durch die freie Lieferantenwahl auf dem österreichischen Energiemarkt flexibel auf Preisentwicklungen zu reagieren und das Haushaltsbudget eigenständig zu steuern.
FAQs zu Fernwärme oder Gas
Ist Heizen mit Fernwärme günstiger als mit Gas?
Das lässt sich nicht pauschal sagen, da Fernwärmepreise regional stark schwanken und Gaspreise dem freien Wettbewerb unterliegen. Während Fernwärme meist geringere Anschaffungs- und Wartungskosten verursacht, bietet Gas oft günstigere Arbeitspreise durch die freie Lieferantenwahl. Die Gesamtkosten hängen daher stark vom jeweiligen Standort und dem individuellen Verbrauchsverhalten ab.
Für wen lohnt sich Fernwärme?
Fernwärme eignet sich vor allem für Eigentümer in dicht besiedelten Gebieten mit bestehendem Leitungsnetz, die Platz im Haus sparen möchten. Sie ist ideal für Personen, die einen geringen Wartungsaufwand schätzen und keinen eigenen Heizkessel betreiben wollen. Wer hingegen maximale Flexibilität bei der Anbieterwahl wünscht, ist mit dezentralen Heizsystemen besser beraten.
Ist es günstiger mit Gas oder mit Strom zu heizen?
Das Heizen mit Gas ist im direkten Preisvergleich pro Kilowattstunde meist deutlich günstiger als eine klassische Stromdirektheizung. Da Strom im Einkauf teurer ist, verursacht das Heizen mit reinen Elektroheizkörpern sehr hohe Betriebskosten. Eine Ausnahme bildet die elektrische Wärmepumpe, die durch ihren hohen Wirkungsgrad wieder sehr sparsam arbeiten kann.
Ist Fernwärme noch sinnvoll?
Ja, Fernwärme ist nach wie vor sinnvoll, da sie eine verlässliche und platzsparende Form der Wärmeversorgung darstellt. Insbesondere wenn sie aus industrieller Abwärme oder erneuerbarer Biomasse erzeugt wird, punktet sie mit einer guten Umweltbilanz. Nachteilig bleibt jedoch die langfristige Preisbindung an den jeweiligen lokalen Netzbetreiber.
FAQ
Auf unserer Webseite kannst du schnell und unkompliziert sowohl Strom als auch Erdgas bestellen. Gib einfach deine Postleitzahl und deinen Strom- und/oder Gasverbrauch in unseren Tarifrechner ein, und schon erhältst du unsere Tarife zur Auswahl. Entscheidest du dich für einen Tarif, füllst du deine Daten (Name, Anschrift, Daten zur Lieferstelle, Bankverbindung etc.) in unserem Onlineformular aus und wählst die Checkbox „Lieferantenwechsel“. Nach dem Absenden der Bestellung erhältst du eine Bestellbestätigung per E-Mail.
Solltest du eine persönliche Beratung wünschen, stehen wir dir von Montag bis Freitag von 08:00 bis 17:00 Uhr unter der österreichweit kostenlosen Service-Hotline 0800 203 204 gerne zur Verfügung.
Zusätzlich empfehlen wir dir, deinem Netzbetreiber den Zählerstand bekannt zu geben. Beachte auch, dass eine mögliche Bindung bei deinem Vorversorger den Wechsel zu goldgas verzögern kann.
Die Kündigung des Vertrages bei deinem bisherigen Anbieter übernimmt goldgas für dich. Solltest du jedoch bereits vor der Antragsstellung selbst bei deinem Versorger gekündigt haben, informiere uns bitte unverzüglich, da es sonst zur Unterbrechung der Energieversorgung kommen kann.
Dein Wechsel zu goldgas dauert vom Auftrag bis zur Belieferung rund drei Wochen. Bindungs- und Kündigungsfristen bei deinem aktuellen Versorger haben jedoch Einfluss auf den Zeitpunkt des Wechsels. Wenn bei deinem aktuellen Versorger noch eine Bindung besteht, kann der Wechsel erst nach Ablauf der Bindungsfrist erfolgen.
Grundsätzlich nein! Damit es zu keiner Unterbrechung kommt, bitten wir dich jedoch, Folgendes zu beachten:
Die Kündigung deines Vertrages beim Vorversorger übernimmt goldgas für dich. Solltest du dennoch deinen Vertrag beim aktuellen Versorger bereits gekündigt haben, ist eine sofortige Meldung an goldgas notwendig, um eine unterbrechungsfreie Versorgung an Energie gewährleisten zu können. Während des Wechselprozesses wirst du weiter von deinem bisherigen Versorger beliefert.
Wir empfehlen dir auch, die Zählerstände mit Stichtag des Wechsels abzulesen und an deinen Netzbetreiber zu übermitteln.
